3. Verkehr

Vorfahrt für Bus und Bahn sowie den Rad- und Fußverkehr!

Auch wenn das Fahrrad allmählich als Verkehrsmittel wiederentdeckt wird, heißt Verkehrsplanung in Bergedorf noch immer: das Auto kommt zuerst. Dabei ist schon heute in der Innenstadt zu Stoßzeiten kaum ein Durchkommen mehr. Die Belastung durch Lärm und Abgase trifft alle. Im Landgebiet ist es dagegen mit dem öffentlichen Personennahverkehr nicht weit her. Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer werden immer noch als nachrangige Mitbenutzende der Straßen und Fußgängerinnen und Fußgänger als Hindernis für den fließenden Verkehr abgestempelt. Das spiegelt sich in den unterfinanzierten Sanierungs- und Baumaßnahmen wider.

DIE LINKE steht für neue Prioritäten in der Verkehrspolitik. Die Anbindung des Bezirks an das Umland nach Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg durch den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) muss ganz oben in der Verkehrsagenda stehen.

DIE LINKE in Bergedorf fordert:

  • Öffentlichen Personennahverkehr ausbauen: Um eine Verringerung des motorisierten Individualverkehrs zur erreichen, muss zuerst der ÖPNV auch im Bezirk massiv ausgebaut werden. Es kann nicht erwartet werden, dass die Menschen ihr Auto stehen lassen in der Hoffnung, dass der ÖPNV dann eventuell in ferner Zukunft dem gestiegenen Bedarf angepasst wird.
  • S-Bahnlinie S21 ausbauen: Die Taktung der S21 muss tagsüber auf 5 Minuten verkürzt werden. Während des Berufsverkehrs müssen zusätzlich Langzüge eingesetzt werden. Auch unter der Woche muss die S21 nachts durchfahren.
  • U-Bahn nach Bergedorf: Für einen attraktiven und zuverlässigen ÖPNV benötigt Bergedorf eine zweite Schienenanbindung nach Hamburg. Hierzu muss die U2 von Mümmelmannsberg bis zum Bergedorfer Bahnhof verlängert werden. Bei der Linienführung ist insbesondere Lohbrügge-Nord zu berücksichtigen, da dies eines der größten Hamburger Wohngebiete ohne einen Anschluss ans Schienennetz ist.
  • Bahnanbindung nach Geesthacht: DIE LINKE plädiert dafür, die laufenden Untersuchungen zur Reaktivierung der Bahnlinie abzuwarten. Die bestehenden Busverbindungen nach Geesthacht sollen ausgebaut statt eingeschränkt werden.
  • ÖPNV im Landgebiet ausbauen: Zurzeit ist die ausschließliche Nutzung des ÖPNV für die Bewohnerinnen und Bewohner der Vier- und Marschlande in der Praxis nicht möglich. Für eine attraktive und zuverlässige Anbindung des Landgebiets an den ÖPNV muss die Taktung tagsüber auf längstens 30 Minuten verkürzt werden. Für eine uneingeschränkte Nutzung des ÖPNV müssen auch nachts Busse verkehren. Hierzu sollte auch über flexiblere Bestellbussysteme nachgedacht werden.
  • Bahnhof auch für Züge nutzen: Am Bergedorfer Bahnhof halten nach jahrelangem Verbindungsabbau nur noch wenige IC- und EC-Züge. Für ein Zentrum mit ca. 130.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und einem großen Einzugsgebiet aus dem Umland ist das keine vernünftige Fernbahnanbindung. Auch wenn die Deutsche Bahn AG sich Jahr für Jahr weigert, diese Situation zu ändern, tritt DIE LINKE dafür ein, dass alle IC-/EC-Züge in Bergedorf halten. Zusätzlich treten wir dafür ein, dass neben den Regionalbahnen (RE) auch in den IC- und EC-Zügen zwischen Bergedorf und Hamburg die Tickets des HVV gelten.
  • Radverkehr fördern: Zur Förderung des Radverkehrs müssen die im Radverkehrskonzept Bergedorf vorgesehenen Bezirks- und Stadtteilrouten zügig umgesetzt werden. Diese sind für die Bergedorfer Radfahrerinnen und Radfahrer mindestens so wichtig wie die Velorouten in Richtung Hamburg. An sämtlichen zentralen Orten müssen ausreichende und kostenfreie Abstellmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
  • Fußverkehr fördern: Der Fußverkehr muss bei jeder Maßnahme mitgedacht und barrierefrei gestaltet werden. Es müssen deutlich mehr direkte und barrierefreie Wegeverbindungen geschaffen werden.
  • Tempo-30-Zonen ausbauen: Tempo-30-Zonen sind ein bewährtes Mittel, um Wohnquartiere lebenswerter zu machen. Gleichzeitig ist vielerorts schon heute keine höhere Geschwindigkeit mehr risikolos möglich. Wir setzen uns den Menschen und der Umwelt zuliebe für eine merkbare Ausweitung der Tempo-30 Zonen im Bezirk ein. Überall da, wo es möglich ist, wollen wir unterstützende bauliche Maßnahmen, um die Durchfahrtsgeschwindigkeit verlässlich zu reduzieren.
  • Kreisverkehre einrichten: Kreisverkehre sind ein erprobtes Mittel, Verkehrsflüsse zügiger und kreuzungsfrei abzuwickeln und dabei auch Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgängern ein sicheres Fortkommen zu ermöglichen. Wir setzen uns dafür ein, dass auch große Kreisverkehre an zentralen Stellen in Bergedorf realisiert werden. Dazu gehört auch die Kreuzung am Mohnhof, dem Eingangsbereich der Bergedorfer Innenstadt.

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