12. Vier- und Marschlande

Erhalt der Kulturlandschaft der Vier- und Marschlande sicherstellen!

Nirgendwo in Hamburg spielt Landwirtschaft eine solche Rolle wie in den Vier- und Marschlanden mit ihren großen Gemüse- und Blumenanbaugebieten. Traditionell ist das Gebiet der Vier- und Marschlande geprägt durch das Wirken kleiner und mittelständischer Handwerksbetriebe. Große Teile der Vier- und Marschlande sind nach wie vor als naturnahe Flächen oder Naturschutzflächen ausgewiesen. So sind die Vier- und Marschlande gleichzeitig auch ein wichtiges Erholungsgebiet einer Millionenstadt. Der Erhalt dieser einmaligen Kulturlandschaft hat für uns oberste Priorität. Das bedeutet, Flächen für Landwirtschaft, Kleingewerbe oder Naherholung auch zukünftig zu sichern. Die Versiegelung dieser Landschaft durch Großprojekte wie Oberbillwerder lehnen wir ab. Anstelle dessen fordern wir eine angemessene Entwicklung der alten Dorfkerne in den Vier- und Marschlanden. Wichtiger Bestandteil unserer Politik ist weiterhin der Schutz von Rückzugsgebieten für Tiere und Pflanzen.

DIE LINKE in Bergedorf fordert:

  • NEIN zu Oberbillwerder: DIE LINKE lehnt das Bauvorhaben Oberbillwerder ab, da dies eine unwiederbringliche Zerstörung eines Großteils der Kultur- und Naturlandschaft Billwerders bedeuten würde.
  • NEIN zum Gewerbegebiet in der Moorfleeter Wanne: Die Moorfleeter Wanne ist eine der letzten grünen Flächen Moorfleets, nachdem von Moorfleet riesige Areale wie Rothenburgsort und Billbrook abgetrennt wurden und auf dem verbliebenen Rest u. a. Autobahnen, Schlickhügel, Bahngelände, Tankstellen oder Kaufhäuser gebaut wurden.
  • JA zu einer Gesamtplanung für Moorfleet: Bei der ab April 2019 geplanten Stadtwerkstatt darf es keine isolierte Betrachtung nacheinander von Gebieten wie Moorfleeter Ortskern, Deich, Wanne und Holzhafen geben. Moorfleet braucht ein Gesamtkonzept, in dem die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner angemessen berücksichtig werden.
  • B-Pläne aufstellen: Um den dauerhaften Erhalt der Kulturlandschaft der Vier- und Marschlande sicherzustellen, ist es erforderlich, diese flächendeckend mit Bebauungsplänen zu überziehen. Das Bezirksamt muss personell so ausgestattet werden, dass es dieses leisten kann.
  • Entwässerung sichern: Die Entwässerung der Vier- und Marschlande muss gesichert werden. Dazu sind die projektierten Schöpfwerke umgehend zu realisieren. Die zweite Deichlinie muss ertüchtigt werden.
  • NEIN zur Öffnung der Dove-Elbe: Die Wiederanbindung der Dove-Elbe an die Stromelbe lehnen wir, aufgrund der absehbaren negativen Auswirkungen auf Menschen und Natur, ab.
  • Beitrag der Landwirtschaft zur Landschaftspflege würdigen: Schon jetzt leisten Landwirtinnen und Landwirte einen Großteil der Landschaftspflege in den Vier- und Marschlanden. Um diese ausreichend zu würdigen, muss über Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung, z. B. durch Förderprogramme, nachgedacht werden.
  • NEIN zur weiteren Nutzung fossiler Energieträger: Wir sprechen uns weiterhin gegen Fracking auch in den Vier- und Marschlanden aus.
  • JA zur Energiewende und zur Windkraft: Die maßvolle Bebauung mit Windenergieanlagen innerhalb der vorhandenen Ausbaugebiete, unter Einhaltung der geltenden Abstände, in den Vier- und Marschlanden, als Teil einer dezentralen Energiewende, unterstützen wir.
  • Schnelles Internet jetzt: Immer neue Verzögerungen für eine flächendeckende Versorgung der Vier- und Marschlande mit schnellem Internet sind nicht mehr hinzunehmen. Um eine zuverlässige Versorgung sicherzustellen, müssen schnellstmöglich die notwendigen Leitungen verlegt werden. Zur Finanzierung muss die „Digitale Dividende” genutzt werden. Eine Versorgung ausschließlich über Funk ist nicht ausreichend.
  • Sielanschluss für alle Haushalte: Wir fordern ein neues Sielausbauprogramm, das sämtliche Haushalte in den Vier- und Marschlanden endlich ans Hamburger Sielnetz anschließt.
  • Zukunft der Dorfkerne sichern: Der Zuzug junger Familien erfordert eine maßvolle Entwicklung der Dorfkerne und den Ausbau der örtlichen Infrastruktur, z. B. durch eine bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, die Einrichtung weiterer Kindertagesstätten, eine steuernde Schulentwicklungsplanung und die Ansiedlung von Nahversorgungseinrichtungen.

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